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6 Monate kwobb - ein Zwischenstand/Fazit?

Sechs Monate kwobb nach der “Pause” liegen hinter uns. Seit April nicht nur als Audio-Podcast, sondern auch mit Video-Unterstützung. Zeit mal über so etwas wie einen “Zwischenstand” zu philosophieren. Was hat geklappt, was nicht? Wie könnte es weitergehen? Und so etwas halt…

Vorbemerkung: ich habe relativ schnell gemerkt, dass ich “Erholung” doch dringender nötig hatte als zuerst angenommen. Das wird wahrscheinlich niemand von euch richtig nachvollziehen können aber die Zeit von Ende 2007 bis Ende 2010 hat wirklich in jeder Hinsicht an meinen Nerven und allen Reserven gezerrt. Wenn man sieht wie grau ich in dieser Zeit geworden bin, spricht das wohl Bände. ;-)
Entsprechend habe ich jede Sekunde Nichtstun und “Leben” einfach nur genossen. Und so habe ich deutlich weniger Zeit und Energie in kwobb reingesteckt als ich vielleicht 2010 noch vor hatte. Ich glaube, wenn ich das Ganze ein wenig “ernster” genommen und vielleicht wirklich als Business-Chance und nicht als ambitioniertes Hobby betrachtet hätte, könnte kwobb ein ganzes Stück weiter sein. Vielleicht aber auch nicht…

Denn die Podcast-Szene steckt in Deutschland tatsächlich (kommerziell) noch in den Kinderschuhen. Momentan habe ich zwar den Eindruck als ob Podcasts eine neue Renaissance erleben würden (wenn man schaut, dass momentan viele bekannte Gesichter doch wieder so etwas machen). Auf kommerzieller Ebene ist diesbezüglich meiner Meinung nach in Deutschland recht tote Hose. Da gibt es 4-6 Podcaster, die sich damit finanzieren können. Aber meistens auch nicht mir ihrem “Hauptpodcast” alleine, sondern durch z.B. Auftragsproduktionen. Für den Rest ist es eine spannende Freizeitbeschäftigung, die vielleicht auch mal ein paar Hundert Euro einbringt - mehr aber auch nicht.

Podcasts (in der Form wie wir sie machen) sind leider heute immer noch eine Nische in der Unterhaltungswelt des Netzes. Für die Fans von YouTube-Videos entweder zu lang oder zu wortlastig (sprich da passiert optisch einfach zu wenig). Und für Radio-Freaks wahrscheinlich in der Regel zu “unprofessionell”.
Überhaupt ist ein Knackpunkt (meiner Meinung nach), dass viele Podcasts im Grunde nach dem gleichen Muster gestrickt sind. Eine Hand voll Menschen kommt real oder via Skype zusammen und redet zwischen 30 Minuten und drei Stunden einfach drauf los. Das mag für einige Leute sicherlich sehr reizvoll sein - davon braucht es zu einem Themengebiet sicherlich keine 461 Varianten. Wenn man dann Nummer 462 ist, der so etwas anbietet (wie wir z.B. mit dem “klassischen kwobbcast”), dann muss man die Leute schon mit der Nase darauf stoßen, damit sie einen finden. Was ich in den letzten sechs Monaten überhaupt nicht gemacht habe!

Im Grunde hätte ich einen Großteil meiner Zeit damit verbringen müssen den kwobbcast in diesem unserem Internet zu bewerben. Habe ich nicht, bin ich im Grunde auch nicht der Typ für. Und darauf zu hoffen, dass die bisherigen Zuhörer ihren Freunden und Bekannten davon im “großen Stil” erzählen, ist utopisch.

Doch, hey, das klingt alles so negativ. Ist es aber im Grunde ja gar nicht (gewesen).
Nach ein “wenig” Hardware-Anschaffungen ist die Podcast-Ecke für meine Zwecke eine runde Sache geworden. Ich kann spontan und innerhalb von wenigen Minuten einen Livecast/Podcast an den Start bringen. Bis zu drei Skype-Anrufer können mit Video in guter Qualität eingebunden werden. Und das Feedback abseits der “Stammhörer” ist erstaunlich gut. Überraschend viele Zuschriften kommen tatsächlich von Menschen, die uns über DrDishTV (was ja eigentlich nur als “Gag” gedacht war) entdeckt haben.
Die Downloads und Hörer-/Zuschauerzahlen steigen konsequent. Nicht super-schnell aber sie tun es. Und wenn man dann wieder bedenkt, wie wenig wir dafür (in Sachen “Aufmerksamkeit”) tun, finde ich das prima.
Von den ganzen neuen Dingen, die ich rund um das Thema Audio- und Video-Produktion gelernt habe, möchte ich gar nicht reden. Allein deswegen hat sich das ganze Unterfangen schon gelohnt.

In den nächsten Wochen werden wir mit weiteren Formaten “rumspielen”. Wie fühlt sich ein weiteres Interview-/Talk-Format an? Wie so etwas wie ein Quiz? Und gibt’s tatsächlich genug Menschen, die sich “spätabends” noch vor den Rechner und Livestream hocken wollen, um so etwas wie ein komplett themen-freies “Domian für Geeks” auszuprobieren? Das wird auf jeden Fall auch noch mal spannend.

Und dann? Wie geht’s weiter? So langsam möchte ich meinen Ruhestand dann mal beenden und wieder in die Berufswelt zurückkehren. Fühle mich in vielen Bereichen deutlich besser als in weiten Teilen von 2010. Wird also echt mal wieder Zeit.
Wohin es mich verschlägt? Keine Ahnung - das wird sich zeigen (und soll auch nur bedingt Thema hier sein). Idealerweise versuche ich die Dinge, die ich im letzten halben Jahr gelernt habe, mit meinem bisherigen KnowHow zu kombinieren und “gewinnbringend” in einem Job anzubringen. Oder aber ich nehme die Herausforderung noch mal richtig auf und versuche kwobb in den nächsten Monaten so zu etablieren (dass damit vielleicht doch Geld zu verdienen wäre). Aber diesbezüglich bin ich eher skeptisch. Mal schauen (Job-Angebote gerne jetzt sofort an mich ;-)…

Auf jeden Fall macht mir diese ganze Podcast-Geschichte so viel Spaß, dass ich sie (wenn nichts dazwischen kommt) in bisheriger Form weitermachen möchte und werde. Vielleicht ja nicht als “Business” aber definitiv als intensive Freizeitbeschäftigung.

PS - eigentlich sollte ich mein Blog echt mal wieder regelmäßiger “befüllen”, oder?

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